Blogpost vom 18.04.2017

Perfekt gekleidet in die neue Laufsaison

Langsam aber sicher wird es Frühling. Damit einhergehend steigt die Anzahl der Läufer, Jogger und Walker wieder exponetiell an. Überall kommen sie – technisch absolut perfekt ausgestattet – aus ihren Löchern gekrochen.

Walker im Frühling
Nordic Walker im Frühling auf einem Schotterweg

Auffallend ist dabei die starke Korrelation der Durchschnittlichen Pace der Läufer mit dem Perfektionierungsgrad der Sportkleidung. Oder anders gesagt: Je unsportlicher, desto besser ausgestattet.

Ordentliche Laufschuhe sind heute sicherlich Standard — egal in welcher Leistungsklasse gelaufen wird. Jenseits der 6-Minuten-Pace scheint aber ohne Funktionssocken, -hose, -shirt und passende Weste nichts mehr zu funktionen. Und auch ohne den perfekt gefüllten Laufgürtel mit allerlei Fläschchen und Gels scheint nichts mehr zu gehen. Ja genau, zu gehen! Letztendlich ist es genau das, was der überwiegende Teil dieser Läufer-Gattung macht. Ob mit oder ohne Stöcke. Es wird gegangen.

Für die Industrie ist der Markt für Sportbekleidung und -zubehör enorm wichtig (7,3 Mrd. € Umsatz in Deutschland in 2016). Die Google-Suche liefert über 300.000 Treffer und Tchibo und Co. bieten regelmäßig spezielle Themenwelten zu diesem Thema an.

Aber ist das alles wirklich notwendig? Für mich steht fest: Nein. Das im Profibereich die richtige Ausrüstung ebenso wie die richtige Ernährung entscheidend ist, steht für mich außer Frage. Aber selbst ich, mich einer Halbmarathon-Pace von rund 4:30 pro Kilometer (und damit sicher mehr als fünf Minuten schneller als ein durchschnittlicher Walker), laufe in 08/15-Socken und ohne irgendwelche Trinkgürtel.

Laufklamotten von Malte Hempel (Schuhe, Hose, Short und Socken)
Laufklamotten von Malte Hempel (Schuhe, Hose, Shirt und Socken)

Meine Laufausrüstung

Besondere Kleidung

Normale Kleidung

  • Socken
  • Unterwäsche
  • Ggf. Mütze und Handschuhe im Winter

Apropos Trinkgürtel: Bei Distanzen von weniger als 10 Kilometern ebenfalls vollkommen unnötig, ist die Nahrungsaufnahme auf der Strecke. Denn bis die aufgenommene Energie dem Körper zur Verfügung steht, ist die Ziellinie hoffentlich bereits überquert. Professionelle Marathonläufer essen nicht einmal während der 42,195 Kilometer etwas.

Für mich hat Sport immer auch etwas mit Ästhetik zu tun. Und zur Ästhetik trägt der Körper an sich mehr bei, als die perfekte Ausstattung. Deshalb mein Tipp: Verbringt weniger Zeit mit der richtigen Auswahl der Kleidung und der Ausstattung. Verbringt mehr Zeit beim Sport und geht Laufen. Das geht bis zu einem bestimmten Level auch im normalen Baumwoll-T-Shirt ganz ausgezeichnet.

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#Hashtag: Fitness, Laufen, Sport, Kleidung, Walking

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