Beitrag vom 28.09.2026 | Lesezeit wird berechnet...
Overnighter durch Rhön, Spessart und Odenwald: Fahrradtour von Fulda nach Mannheim
Zwei Tage, knapp 360 Kilometer und über 4.000 Höhenmeter – das waren die Eckdaten für meinen Overnighter. Los ging es in Fulda, von dort führte mich die Strecke zunächst durch die Rhön, anschließend durch den Spessart und am zweiten Tag durch den Odenwald vorbei an Heidelberg bis nach Mannheim.
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Route Etappen Höhenprofil Tourbericht Fotos Setup inkl. Packliste
Route
Meine Route führt vom Startpunkt am Bahnhof in Fulda durch die Hessische und Bayerische Rhön, weiter durch den Naturpark Spessart und den Odenwald bis nach Heidelberg. Von dort geht es entlang des Neckars bis zum Ziel in Mannheim.
Etappen
Die Tour war in zwei Etappen mit einer Übernachtung aufgeteilt.
- Samstag – 226 km | 2.925 hm
Hannover → Fulda Bf
- Fulda Bf → Hobbach
Schutzhütte oberhalb von Hobbach
- Sonntag – 134 km | 1.195 hm
- Hobbach → Mannheim Hbf
Mannheim → Hannover
Höhenprofil
Tourbericht
Tag 1, Samstag
Los ging es am Samstagmorgen gegen 5:30 Uhr am Hauptbahnhof in Hannover. Mein Ziel war zunächst der Bahnhof in Fulda, wo ich gegen 7:30 Uhr – pünktlich zum Sonnenaufgang – meine Tour startete. Nach einem kurzen Frühstück beim Bäcker ging es schließlich auf die Strecke.
Als ich losfuhr, zeigte der Radcomputer gerade einmal 3 °C an – entsprechend dick war ich angezogen. Doch schon nach etwa einer Stunde, als ich die ersten Höhenlagen der Rhön erreichte, wurde es deutlich wärmer, sodass ich die Daunenjacke wieder ausziehen konnte.
Nach rund 20 Kilometern durchquerte ich den 1.127 Meter langen Milseburgtunnel – lediglich beleuchtet durch mein eigenes Fahrradlicht. In völliger Dunkelheit durch einen so langen Tunnel zu fahren, war schon ein ziemlich eigenartiges Gefühl. Teilweise war weder das Licht am Eingang noch das am Ausgang zu sehen.
Anschließend ging es auf überwiegend leeren Straßen durch die offenen Landschaften der Rhön, mit immer wieder langen Auffahrten und schnellen Abfahrten. Der erste längere Anstieg führte nach rund 30 Kilometern hinauf nach Abtsroda. Nach gut 50 Kilometern folgte mit Anstieg zum Simmelsberg auf knapp 700 Metern der höchste Punkt der Tour. Nach etwas mehr als 100 Kilometern erreichte ich schließlich den Guckaspass.
Von dort ging es hinunter in das Örtchen Wildflecken und anschließend weiter auf der alten Bahnstrecke des Rhön-Express, die heute zu einem Radweg ausgebaut ist. Rund 30 Kilometer folgte ich der ehemaligen Bahntrasse, bevor ich bei Burgsinn den Fluss Sinn überquerte. Gleichzeitig markierte dieser Punkt den Übergang von der Rhön in den Spessart.
Im Gegensatz zu den offenen Weiten der Rhön wurde es im Spessart deutlich waldiger. Immer wieder führten die Wege nun auf Schotter durch dichte Buchen- und Tannenwälder, während die schon tief stehende Sonne durch die noch dichten Baumkronen funkelte.
In einem dieser Wälder zwischen Frammersbach und Krommenthal habe ich dann tatsächlich einen abknickenden Waldweg verpasst und bin daraufhin immer tiefer über kleine Trails gefahren, bis ich nach einiger Zeit und einigen zusätzlichen Höhenmetern wieder auf befestigten Wegen war.
Nach knapp 200 Kilometern im Sattel ging es dann noch einmal von Rothenbuch in Richtung Rohrbrunner Forst einen recht langen und zähen Anstieg hinauf, bevor es in der Abfahrt hinunter nach Mespelbrunn ging. Hier kaufte ich mir dann beim REWE mein Abendbrot. Ganz klassisch: Brötchen, Mozzarella, ein Joghurt und eine Fanta. Den Supermarkt hatte ich mir vorab rausgesucht, da es in der Gegend recht wenig Infrastruktur gab.
Mein Tipp: Supermärkte und Tankstellen in dieser Gegend unbedingt vorab einplanen oder ausreichend Verpflegung mitnehmen. Das Angebot ist eher dünn, und in Bayern haben die meisten Läden „nur“ bis 20 Uhr geöffnet.
Anschließend hatte ich noch knapp 10 Kilometer bis zu meinem Übernachtungsplatz, einer Schutzhütte am Hang oberhalb des kleinen Örtchens Hobbach. Der Hang war nach Westen ausgerichtet, sodass ich gerade noch den letzten Schein der untergehenden Sonne sehen konnte.
Nach 220 Kilometern genoss ich nun mein Abendbrot, bevor ich gegen 21 Uhr auf der Holzbank in meinen Schlafsack gekrochen bin. Meine Isomatte hatte ich gar nicht aufgeblasen und auch auf den Biwaksack hatte ich verzichtet. Vermutlich gegen 21:30 Uhr bin ich das erste Mal eingeschlafen.
Das erste Mal, weil gegen 23 Uhr der Vollmond hinter dem Berg hervorkam und direkt in die Hütte schien. Es war plötzlich unglaublich hell und gleichzeitig herrschte eine unfassbar schöne Stimmung. Es war, bis auf das gelegentliche Rascheln im Wald hinter mir, absolut still.
Nach einiger Zeit drehte ich mich auf der Bank um. Nun hatte ich den Mond im Rücken und schlief schnell wieder ein.
Tag 2, Sonntag
Am nächsten Morgen bin ich gegen 7 Uhr aufgewacht, kurz bevor der Mond hinter dem gegenüberliegenden Hang unterging. Nach einem kurzen Frühstück – Knusperjoghurt und eine Banane – habe ich meinen Schlafsack eingepackt, Helm, Handschuhe und Weste angezogen und bin in den zweiten Tag gestartet. Knapp 130 Kilometer lagen vor mir.
Die Nacht war, insbesondere im Vergleich zum Vortag, recht warm und so radelte ich bei angenehmen 11 Grad durch den noch frühen Morgen. Nach ca. 20 Kilometern überquerte ich bei Klingenberg den Main und passierte damit zugleich die Grenze vom Spessart in den Odenwald. Die Landschaft wurde nun zunehmend wieder offener. Gleichzeitig wurden die Anstiege auch wieder etwas knackiger. Wenngleich ich in Summe weniger Höhenmeter zu bewältigen hatte, warteten insbesondere im ersten Drittel des Tages einige Rampen auf mich. Steigungen von 15 % waren keine Seltenheit.
Mit nur wenigen kurzen Foto-Stopps erreichte ich nach rund 80 Kilometern den Ort Rothenberg, von wo aus es auf rund 4,5 Kilometern hinunter nach Hirschhorn am Neckar geht. Im ersten Drittel – auch als Panorama-Abfahrt bekannt – hat man eine super Aussicht über den Odenwald, bevor es den Rest der Strecke auf feinstem Asphalt steil bergab durch den Wald geht. Definitiv die schönste Abfahrt der ganzen Tour.
Unten angekommen, überquerte ich den Neckar und folgte nun dem Fluss vorbei an Neckargemünd und Heidelberg und kam schließlich – nachdem ich noch einen kurzen Kuchenstopp eingelegt hatte – nach 130 Kilometern gegen 14:30 Uhr an meinem Zielort Mannheim an.
Da mein Zug zurück nach Hannover erst gegen 16 Uhr fuhr, genoss ich noch einige Zeit das herrliche Wetter am Ufer des Neckars. Es waren, Ende September, tatsächlich noch einmal knapp 30 Grad geworden.
Gegen 19 Uhr bin ich dann wieder in Hannover angekommen.
Fazit
Sehr schöne, kurzweilige Tour mit tollen Anstiegen und ebenso schönen Abfahrten sowie abwechslungsreichen Landschaften. Perfekt für einen kurzen Overnighter am Wochenende. Insbesondere auch, weil die An- und Abreise aus Hannover für mich gut machbar war – wobei das durch die zentrale Lage vermutlich für viele Orte in Deutschland gilt.
Die Straßen sind in sehr gutem Zustand und bis auf wenige Ausnahmen im Odenwald (Motorradfahrende) sehr leer. Auch die Abwechslung aus alten Bahnstrecken, Schotterwegen und klassischen Straßen mit viel Auf und Ab macht Spaß. Und natürlich hatte ich absolutes Glück mit dem Wetter: blauer Himmel, Sonne und besten Temperaturen. 😍
Fotos
Setup inkl. Packliste
Unterwegs war ich mit meinem Scott Addict Gravel mit 40er Kettenblatt, 1-fach und 10–45er Kassette sowie 45-mm-Reifen.
Am Körper
- Durchgehend
- Helm (ABUS Gamechanger 1.0)
- Brille (selbsttönend)
- Baselayer
- Trikot (kurz)
- Weste
- Trägerhose (kurz)
- Socken
- Radschuhe (SHIMANO SH-XC302)
- Je nach Temperatur
- Armlinge
- Beinlinge
- Handschuhe
- Buff
Am Fahrrad
Taschen & Behälter
- Ortlieb Frame-Pack RC Toptube (3 Liter)
- Ortlieb Fuel-Pack (1 Liter)
- Ortlieb Seat-Pack (11 Liter)
- Trinkflaschen (550 ml Iso + 750 ml Wasser)
- Toolbox (Vorportioniertes Isopulver)
Navigation & Beleuchtung
- Navigation (Wahoo Elemnt Roam 3)
- Frontlicht (Lezyne 1800+)
- Rücklicht (Bontrager Flare R)
Werkzeug & Ersatzteile
- Luftpumpe
- Ersatzschlauch
- Multitool
- Schaltauge
- Kettenschloss
- Kettenwachs
- Ventiladapter (Auto → SV)
Alltagskleidung
- Daunenjacke
- T-Shirt (Laufshirt)
- Kurze Hose (Laufhose)
- Unterhose
Übernachtung
- Schlafsack (Rab, Ascent 400, Daunenschlafsack, Comfort: 3 °C)
- Isomatte (Robens Lightcore UL 3.1R Regular, R-Wert: 3,1)
- Biwaksack
Hygiene
- Arschcreme (Xenofit Hirschtalg)
- Zahnbürste/Zahnpasta
Notfall
- Zeckenzange
- Schmerztabletten
- Pflaster
- Mullbinde
- Kinesiotape
- Rettungsdecke
Sonstiges
- Personalausweis, Bargeld, VISA-Karte
- iPhone
- Powerbank (Lezyne Power Pack XL, 13.200 mAh)
- Ladegerät (USB-C)
- ABUS Kabelschloss
- Mini-Taschenmesser
- Feuerzeug
- Mini-Rucksack
- Kopfhörer (SHOKZ OpenRun)
- Teelöffel
- Mini-Stativ