Bikepacking in der Dänischen Südsee: 400 km Inselhopping von Flensburg bis Eutin

Beitrag vom 11.05.2026 | Lesezeit wird berechnet...

Bikepacking in der Dänischen Südsee: 400 km Inselhopping von Flensburg bis Eutin

3 Tage, 3 Fähren und 8 Inseln: Auf dieser Tour durch die Dänische Südsee ging's von Flensburg bis nach Eutin – über Als, Fyn, Sjælland, Møn, Bogø, Falster, Lolland und schließlich Fehmarn. In diesem Reisebericht teile ich meine Route, Etappen, Erfahrungen und gebe dir praktische Tipps zur Vorbereitung, Ausrüstung und Übernachtung in den typischen dänischen Sheltern.

Inhalt:
Route | KarteEtappen | Tourbericht | Fotos | Ernährung | Packliste

Route

Meine Route führte mich vom Start am Flensburger Bahnhof über die dänischen Inseln Als, Fyn, Sjælland, Møn, Bogø, Falster und Lolland sowie über die deutsche Insel Fehmarn bis zu meinem Ziel, dem Bahnhof in Eutin.

Karte

 

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Höhenprofil

Höhenprofil und Übernachtungsplätze auf der Tour von Flensburg nach Eutin durch die Dänische Südsee

Höhenprofil und Übernachtungsplätze auf der Tour von Flensburg nach Eutin durch die Dänische Südsee

Etappen

Meine Etappen habe ich so aufgeteilt, dass ich am Freitag am frühen Nachmittag mit dem ICE in Hannover starten konnte uns es trotzdem noch sicher bis nach Dänemark schaffen würde um dort Shelter zu übernachten.

  1. ~85 km Rad
  2. ~230 km Rad
  3. ~95 km Rad

Tourbericht

Tag 1, Freitag

Los ging es am frühen Freitagnachmittag am Hauptbahnhof in Hannover. Wegen der Streckensanierung Richtung Hamburg und der längeren Fahrzeit im Nahverkehr bin ich spontan auf den Fernverkehr umgestiegen. Zum Glück habe ich noch einen Platz im ECE 8 bekommen – dem EuroCity-Express zwischen Basel und Hamburg. Sehr entspanntes Reisen im Schweizer Zug. Da steigt direkt die Vorfreude auf meine geplante Schweiz-Tour im Juni. 😊

Malte Hempel entlang des Flensburger Hafens

Malte Hempel entlang des Flensburger Hafens

In Flensburg angekommen, ging es direkt aufs Rad. Rund 50 Kilometer lagen vor mir und die letzte Fähre nach Fyn um 20 Uhr wollte ich unbedingt erreichen. Die Strecke vom Flensburger Bahnhof Richtung Dänemark bin ich inzwischen schon einige Male gefahren – bislang allerdings fast immer im Dunkeln. Zum ersten Mal auf meiner Tour durch Deutschland und zuletzt im vergangenen Jahr bei meinem Overnighter nach Aarhus.

Direkt hinter der kleinen Holzbrücke nach Dänemark führte die Route zunächst durch das hügelige Waldstück zwischen Kupfermühle und Ostsee. Danach verlief die Strecke mit Blick auf die Ochseninseln ziemlich gerade bis nach Sønderborg. Hinter der Stadt ging es eher unspektakulär über die Brücke nach Als (Insel Nr. 1). Nach rund 15 weiteren Kilometern erreichte ich kurz nach 19 Uhr Fynshav auf der anderen Seite der Insel. Bis zur Abfahrt der Fähre blieb also noch etwas Zeit.

Langsam wurde es kühl. Ich zog Arm- und Beinlinge sowie die Regenjacke an und wartete im Windschatten einer Mauer, mit dem Gesicht zur Sonne, auf die Fähre.

Die Überfahrt nutzte ich für einen Kaffee im fast leeren Restaurant der Fähre. Außer mir waren um diese Uhrzeit nur noch wenige Autos und vielleicht zehn Menschen an Bord. Als ich nach 40 Minuten Fahrzeit in Bøjden auf Fyn (Insel Nr. 2) ankam, ging die Sonne gerade unter. Vor mir lagen noch rund 30 Kilometer bis zum Shelter und knapp zehn Kilometer bis zum nächsten geöffneten Supermarkt in Faaborg.

Nach dem kurzen Einkaufsstopp führte die Strecke durch ein dunkles und überraschend hügeliges Waldstück, bevor ich die letzte halbe Stunde entspannt auf einer ehemaligen Bahntrasse fahren konnte.

Gegen 22:30 Uhr erreichte ich schließlich meinen Shelter. Nach zwei Brötchen mit Mozzarella ging es ziemlich schnell in den Schlafsack. Ich bin ziemlich schnell eingeschlafen.

Tipp: Nutze Shelter zum Übernachten wenn du in Dänemark unterwegs bist. Landeseit gibt es weit über 2.000 dieser kleinen Hütten – viele mit der Option vorab zu buchen, andere nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, …“. Alle Infos findest du auf udinaturen.dk

Shelter in Dänemark in der Nähe von Espe
Mein Shelter am ersten Abend in Dänemark in der Nähe von Espe

Tag 2, Samstag

Nachdem  ich gegen 4 Uhr morgens vom imposanten Vogelkonzert geweckt wurde habe ich noch einige Zeit Hasen und Fasane auf der Wiese vor dem Shelter beobachtet. Meine neue Luftmatratze hat sich  wirklich bewährt – trotz Temperaturen von -1 Grad war mir die ganze Nacht warm. Gegen 5 Uhr stand ich auf, packte meine Sachen zusammen und saß nach einem kurzen Frühstück – Schoko-Brioche und Joghurt mit Müsli – wieder auf dem Rad. Vor mir lagen rund 30 Kilometer bis zum Bahnhof in Nyborg.

Unterwegs mit dem Zug von Nyborg (Fyn) nach Korsør (Seeland)
Mein Fahrrad im Zug von Nyborg (Fyn) nach Korsør (Seeland)

Die Strecke führte zunächst weiter über den Bahnradweg und später über kleine, kaum befahrene Straßen. Während links und rechts das taunasse, teils noch gefrorene Gras glitzerte, ging vor mir langsam die Sonne auf. Genau diese frühen Morgenstunden sind für mich jedes Mal wieder besonders: kaum Verkehr, viele Tiere und das Gefühl, schon unterwegs zu sein, bevor der Tag überhaupt richtig begonnen hat. Die Welt noch am Erwachen ist.

Als ich kurz vor 7 Uhr den Bahnhof erreichte, sah ich den Zug gerade noch abfahren. Also hieß es erst einmal wieder eine Stunde warten. Anders kommt man an dieser Stelle mit dem Fahrrad nicht weiter, denn die Brücke nach Korsør auf Seeland ist ausschließlich für den Auto- und Zugverkehr freigegeben.

Auf Seeland (Insel Nr. 3) angekommen, war es inzwischen deutlich wärmer geworden. Der Himmel war strahlend blau und nach kurzer Fahrt ging es erneut für gut 40 Kilometer über einen ehemaligen Bahnradweg von Slagelse nach Næstved. Bis auf die ständigen „Drängelgitter“ eine wirklich entspannte Art zu reisen.

Absperrungen auf den Bahnradwegen in Dänemark
Absperrungen auf den Bahnradwegen in Dänemark

Meine Frühstückspause machte ich im Dagli’ Brugsen in Dalmose und nutzte die Gelegenheit, meine Flaschen wieder aufzufüllen. Mehr zu meinem Verpflegungskonzept ausführlich später im Beitrag.

Gegen 13 Uhr und nach rund 100 Kilometern erreichte ich schließlich Møn (Insel Nr. 4). Durch zahlreiche Sommerurlaube mit dem Rad kenne ich die Insel inzwischen ziemlich gut – und freue mich trotzdem jedes Mal aufs Neue, dort unterwegs zu sein. Die ruhigen, leicht hügeligen Straßen zwischen den Feldern sind einfach etwas Besonderes. 😍

Nach weiteren 20 Kilometern verließ ich Møn wieder und erreichte über den schmalen Damm für einen kurzen „Touchdown“ die kleine Insel Bogø (Insel Nr. 5). Von dort ging es mit der Ida-Fähre weiter nach Stubbekøbing auf Falster (Insel Nr. 6).

Malte Hempel auf der kleinen Fähre Ida von Bogø nach Stubbekøbing
Malte Hempel mit Fahrrad auf der kleinen Fähre Ida von Bogø nach Stubbekøbing

Ab Stubbekøbing führte mich die Route weiter nach Nykøbing und von dort über die Brücke nach Lolland (Insel Nr. 7) – meiner letzten Insel für diesen Tag.

Inzwischen hatte der Wind komplett nachgelassen. Bei herrlichstem Wetter rollte ich die letzten rund 50 Kilometer bis zu meinem Shelter im Naturschutzgebiet Saksfjed-Hyllekrog – einem Gebiet am südlichsten Zipfel von Lolland östlich von Rødby. Ein wunderschöner Ort, umgeben von Rindern, Wildpferden, Hasen und unzähligen Vogelstimmen.

Kurz vor der Ankunft kaufte ich noch Brötchen, Mozzarella, Chips (Salz !) und Faxe Kondi fürs Abendessen sowie Schokobrötchen und Müsli fürs Frühstück ein. Mein Abendbrot genoß ich dann angelehnt, an die noch warme Steinwand des kleinen Vogelmuseums und ließ mir die letzten Sonnenstrahlen ins Gesicht scheinen. Kurz danach kroch ich in den Schlafsack und schlief irgendwann gegen 21 Uhr ein – obwohl es noch gar nicht richtig dunkel war.

Tag 3, Sonntag

Nach einer exzellenten Nacht und fast zehn Stunden Schlaf wachte ich gegen 7 Uhr auf und machte mich nach einem kleinen Frühstück auf den Weg zur Fähre nach Rødby.

Frühstück im Shelter in der Nähe von Rødby am Sonntag
Malte beim Frühstück mit Blick aus dem Shelter in der Nähe von Rødby

Die 45-minütige Überfahrt nutzte ich für einen ersten Kaffee. Genau wie am Freitag war auch diese Fähre fast leer. Nur wenige Autos waren an Bord, LKWs gab es gar keine. In den Sommermonaten kenne ich die Strecke deutlich voller.

Auf der fast leeren Fähre von Rødby (DK) nach Puttgarden (DE)
Mein Fahrrad auf der fast leeren Fähre von Rødby (DK) nach Puttgarden (DE)

Nach der Ankunft in Puttgarden führte die Route zunächst über Fehmarn (Insel Nr. 8) und anschließend vorbei an Heiligenhafen und dem Weißenhäuser Strand. Bei blauem Himmel, Windstille und glasklarer Ostsee konnte ich nicht widerstehen und sprang für eine kurze Abkühlung ins Wasser.

Danach ging es weiter vorbei an Oldenburg und schließlich durch die Holsteinische Schweiz bis nach Eutin. Gegen 12:30 Uhr erreichte ich den Bahnhof. Ziel erreicht. Auch diese Gegend kenne ich inzwischen ziemlich gut und habe über meine schönsten Touren in Schleswig-Holstein bereits ausführlicher geschrieben. 💙🤍❤️

Mein Scott Addict Gravel und die Fischer-Statue in Heiligenhafen
Mein Scott Addict Gravelbike vor der Fischer-Statue in Heiligenhafen

Sechs Stunden früher als ursprünglich geplant ging es mit dem Zug zurück nach Hannover, wo ich gegen 17:30 Uhr ohne Verspätung ankam. Glück gehabt: später stellte sich heraus, dass mein ursprünglich reservierter Zug so viel Verspätung hatte, dass ich vermutlich nicht einmal mehr am selben Tag nach Hannover gekommen wäre – zumindest nicht gemeinsam mit meinem Fahrrad.

Fotos

 

Ernährung

Ziel meiner Verpflegung bei dieser Tour war es, meinen Energieverbrauch durch Aktivität primär während der Fahrt zu decken und Stopps für die Deckung des Grundumsatzes sowie für Fette und Eiweiße zu nutzen.

Im Vorfeld habe ich mir fertige Portionen aus Isopuler und Kochsalz zusammengestellt, die ich nur noch mit Wasser anmischen musste. Zudem habe ich passende Riegel aus Cornflakes und Marshmellow selbst hergestellt und portioniert.

Nährwertberechnung

  Cornflakes Marshmallows Fertiger Riegel Isopulver Pulver pro Flasche
  100 g 100 g je 40 g 100 g je 25 g
Energie 376 kcal 335 kcal 142,2 kcal 375 kcal 93,75 kcal
Fett 0,6 g - 0,12 g - -
Kohlenhydrate 83 g 80 g 32,6 g 90 g 22,5 g
Ballaststoffe 4,5 g - 0,9 g - -
Eiweiß 7,3 g 4,1 g 2,28 g - -
Salz 0,4 g 0,03 g 0,09 g 1,6 g 0,4 g

Verpflegung pro Stunde

  • Energie (378,15 kcal)
    • 284,4 kcal Riegel
    • 93,75 kcal Isopulver
  • Kohlenhydrate (87,7 g)
    • 65,2 g Riegel
    • 22,5 g Isopulver
  • Salz (1,5 g)
    • 0,2 g Riegel
    • 0,4 g Isopulver 
    • + 0,7 g Kochsalz
  • Flüssigkeit
    • 550 ml Wasser (Mischung)
    • 750 ml Wasser (Pur, nach Bedarf)

Tipp: Mache deine High Carb-Riegel aus Cornflakes und Marschmallow einfach und günstig selber. Die komplette Anleitung findest du im YouTube-Tutorial von ENJOYYOURBIKE.

Packliste

Am Körper

  • Helm (ABUS Gamechanger)
  • Trikot (kurz)
  • Trägerhose (kurz)
  • Baselayer
  • Socken
  • Radschuhe (SHIMANO SH-XC302)
  • Handschuhe
  • Brille (selbsttönend)
  • Arm-/Beinlinge
  • Regenjacke
  • Weste

Navigation & Beleuchtung

  • Wahoo Elemnt Roam
  • Frontlicht (Lezyne 800+)
  • Rücklicht (Bontrager Flare R)

Setup

  • Ortlieb Frame-Pack RC Toptube (3 Liter)
  • Ortlieb Seat-Pack (11 Liter)
  • Ortlieb Fuel-Pack (1 Liter)
  • Toolbox
  • Trinkflaschen (550 ml Iso + 750 ml Wasser)

Verpflegung

  • Isopulver
  • Riegel aus Cornflakes und Marshmellows

Werkzeug

  • Multitool
  • Luftpumpe
  • Ersatzschlauch
  • Flickzeug
  • Kettenschloss
  • Kettenwachs
  • Ventiladapter (Auto → AV)

Notfall

  • Pflaster
  • Mullbinde
  • Rettungsdecke
  • Schmerztabletten
  • Augentropfen
  • Zeckenzange

Hygiene

  • Sonnencreme
  • Arschcreme (Xenofit Hirschtalg)
  • Zahnbürste/Zahnpasta

Übernachtung

  • Schlafsack (Rab, Ascent 400, Daunenschlafsack)
  • Isomatte (Robens Lightcore UL 3.1R Regular)

Ersatzkleidung

  • Longsleeve
  • Lange Hose (Zip-Off-Hose)
  • Socken
  • Unterhose (Auch als Badehose nutzbar)

Sonstiges

  • iPhone
  • Powerbank (26.800 mAh)
  • Ladegerät
  • Personalausweis, Bargeld, VISA-Karte
  • Kopfhörer (SHOKZ OpenRun)
  • ABUS Kabelschloss
  • Mini-Rucksack
  • Mikrofaser-Handtuch (klein)
  • Mini-Stativ
  • Teelöffel
  • Mini-Taschenmesser
  • Feuerzeug

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